Ein Erbe anzutreten ist nicht nur mit Emotionen verbunden, sondern auch mit vielen rechtlichen und finanziellen Fragen. Eine der häufigsten lautet: Gibt es in Österreich eine Erbschaftssteuer – und wenn ja, wie hoch ist die „Erbschaftssteuer Österreich“ 2025 aktuell?
In diesem Artikel erfahren Sie, welche aktuellen Regelungen zur „Erbschaftssteuer Österreich“ und Nachlasssteuer gelten, wie Immobilien, Bargeld oder Unternehmensanteile besteuert werden und welche Freibeträge Sie kennen sollten.
Wir von RS Finance zeigen Ihnen, wie Sie durch frühzeitige Planung mögliche Steuerlasten reduzieren und Vermögen gezielt erhalten oder weitergeben können. So sind Sie nicht nur rechtlich, sondern auch steuerlich bestens vorbereitet.
Inhaltsverzeichnis
- Gibt es in Österreich eine Erbschaftssteuer?
- Erbschaftssteuer Österreich: Welche Vermögenswerte sind betroffen?
- Erbschaftssteuer Österreich: Gibt es einen Freibetrag?
- „Erbschaftssteuer Österreich Bargeld“: Was ist zu beachten?
- Erbsteuer Österreich: Bis wann ist ein Erbe steuerfrei?
- Fazit: Erben in Österreich – steuerfrei oder nicht?
- FAQ : Häufige Fragen zum Thema „Erbschaftssteuer Österreich“

Gibt es in Österreich eine Erbschaftssteuer?
Seit dem Jahr 2008 gibt es in Österreich offiziell keine klassische Erbschaftssteuer mehr. Der Verfassungsgerichtshof hat das bestehende Erbschaftssteuergesetz damals aufgehoben, weil es in bestimmten Punkten gegen das Gleichheitsprinzip verstieß.
Doch ganz steuerfrei ist eine Erbschaft nicht: Einige Übertragungen, insbesondere von Immobilien, werden auf andere Weise besteuert. In diesen Fällen tritt die Immobilienertragsteuer (ImmoESt) oder Grunderwerbsteuer an die Stelle der alten Erbschaftssteuer. Auch bei Schenkungen oder Bargeld können Anzeige- und Meldepflichten bestehen.
Kurz gesagt: Die klassische Erbschaftssteuer in Österreich wurde zwar abgeschafft – steuerliche Pflichten bestehen jedoch weiterhin, abhängig vom Vermögenswert und dessen Art.
Erbschaftssteuer Österreich: Welche Vermögenswerte sind betroffen?
Auch wenn es keine klassische Erbschaftssteuer in Österreich mehr gibt, sind bestimmte Vermögenswerte dennoch steuerlich relevant. Je nach Art des Erbes greifen andere Regelungen, vor allem im Bereich Immobilien, Bargeld oder Unternehmensbeteiligungen. Ein genauer Blick lohnt sich, um Steuerpflichten frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig zu handeln.
„Erbschaftssteuer Österreich“ bei Immobilien und Grundstücken
Wenn Sie in Österreich eine Immobilie vererben, wird statt einer klassischen Erbschaftssteuer die sogenannte Grunderwerbsteuer fällig. Diese gilt sowohl bei Schenkung als auch bei Vererbung und richtet sich nach dem Grundstückswert, nicht nach dem aktuellen Marktwert.
Wichtige Eckpunkte:
Der Grundstückswert wird durch eine gesetzlich definierte Formel oder durch ein Gutachten ermittelt.
Bei Erbschaften innerhalb der Familie greift ein begünstigter Stufentarif:
- 0 % für die ersten 250.000 €
- 2 % für die nächsten 150.000 €
- 3,5 % ab einem Grundstückswert von 400.000 €
Die Grunderwerbsteuer muss in der Regel vom Erben bezahlt werden.
Diese Art der Besteuerung ersetzt die klassische Erbschaftssteuer in Österreich bei Immobilien. Der Verwandtschaftsgrad hat aber Einfluss auf die steuerliche Belastung bei Erbschaften von Immobilien und bestimmt, wie hoch die Grunderwerbsteuer ist und ob Begünstigungen greifen. Eine individuelle Bewertung kann sich lohnen, etwa durch ein Gutachten.
„Erbschaftssteuer Österreich“ bei Konten und Wertpapieren
Sparbücher, Aktiendepots und sonstige Geldanlagen unterliegen in Österreich grundsätzlich nicht der Erbschaftssteuer, sofern sie sich im Inland befinden. Dennoch gibt es wichtige Ausnahmen und Meldepflichten.
Das sollten Sie wissen: Erbschaften aus dem Ausland müssen gemeldet werden, insbesondere bei Bankvermögen oder Gold.
Auch wenn keine Steuer anfällt, ist es wichtig, diese Vorgänge korrekt zu melden, da Versäumnisse zu empfindlichen Strafen führen können.
„Erbschaftssteuer Österreich“ bei Unternehmensanteilen und Beteiligungen
Die Vererbung von Unternehmen, Geschäftsanteilen oder Beteiligungen ist ein besonders komplexer Bereich. Zwar fällt auch hier keine klassische Erbschaftssteuer in Österreich an, aber es gibt steuerliche Konsequenzen, insbesondere bei Betriebsübertragungen.
Das ist zu beachten:
- Die Übertragung von Betriebsvermögen unterliegt unter Umständen der Einkommensteuer bzw. Grunderwerbsteuer, wenn Immobilien enthalten sind.
- Bei Kapitalgesellschaften (z. B. GmbH-Anteile) können auch Wertpapierbesteuerungen oder Meldungen fällig werden.
- Für Familienunternehmen bestehen Erleichterungen, um den Fortbestand des Betriebs nicht zu gefährden (Stichwort: Betriebsfortführung).
In der Praxis ist es oft sinnvoll, eine Nachfolgeregelung bereits zu Lebzeiten zu treffen, beispielsweise in Form einer Schenkung mit Auflagen, um Gestaltungsspielräume zu nutzen. Gerade im Bereich Betriebsnachfolge und Erbschaftssteuer in Österreich empfiehlt sich eine umfassende steuerliche und rechtliche Begleitung.
Gerade im Bereich Betriebsnachfolge und Erbschaftssteuer in Österreich ist es wichtig, frühzeitig zu planen. RS Finance unterstützt Sie dabei mit individueller Strategie und jahrzehntelanger Erfahrung.
Erbschaftssteuer Österreich: Gibt es einen Freibetrag?
Auch wenn es keine klassische Erbschaftssteuer mehr gibt, sind gewisse Freibeträge indirekt relevant. Etwa bei der Grunderwerbsteuer oder bei der Meldung von Schenkungen.
Wichtige Informationen dazu:
- Bei Immobilien innerhalb der Familie: Freibetrag von 250.000 €
- Bei Schenkungen: Meldepflicht ab 15.000 € innerhalb von fünf Jahren
- Für Ehepartner und Kinder gelten Sonderregelungen
Diese Beträge dienen nicht der direkten Besteuerung, sondern beeinflussen, ob und in welcher Höhe eine Abgabe oder Meldung erforderlich ist. Wer sich rechtzeitig informiert, kann Spielräume nutzen und formale Fehler vermeiden.

„Erbschaftssteuer Österreich Bargeld“: Was ist zu beachten?
Wenn Sie in Österreich Bargeld vererben, etwa in Form eines Sparbuchs oder Bankguthabens, fällt in der Regel keine direkte Steuer an. Zumindest, wenn das Geld im Inland verwahrt wurde. Etwas anders sieht es aus, wenn das geerbte Bargeld aus dem Ausland stammt. In diesem Fall besteht in vielen Fällen eine Meldepflicht gegenüber dem Finanzamt. Auch wenn keine Steuer anfällt, ist es wichtig, die Herkunft und den Übertragungsweg transparent anzugeben.
Besondere Aufmerksamkeit ist geboten, wenn das Geld nicht direkt vererbt, sondern bereits in den Jahren vor dem Tod verschenkt wurde. Zwar gibt es keine Schenkungssteuer mehr, aber es besteht eine Meldepflicht für Schenkungen oberhalb gewisser Freibeträge (zum Beispiel 50.000 Euro pro Jahr bei Angehörigen). Diese Pflicht dient der Kontrolle und Rechtssicherheit.
In vielen Fällen können Schenkungen zu Lebzeiten, etwa innerhalb der Familie, steuerlich vorteilhafter sein. Vor allem, wenn sie unter den relevanten Meldegrenzen bleiben oder rechtzeitig dokumentiert werden. Auch gestaffelte Schenkungen über mehrere Jahre hinweg können helfen, Freibeträge auszunutzen.
Erbsteuer Österreich: Bis wann ist ein Erbe steuerfrei?
Ein Erbe ist in Österreich dann steuerfrei, wenn:
- Es keine Immobilie betrifft oder
- Der Grundstückswert unter 250.000 € liegt oder
- Die Vermögensübertragung keine Schenkung innerhalb der letzten 3 Jahre war
Trotzdem gilt:
Nicht gemeldete Vermögensübertragungen (z. B. ins Ausland) können zu nachträglichen Sanktionen führen. Besonders bei Auslandsvermögen oder größeren Bargeldbeträgen sollte sorgfältig geprüft werden, ob eine Meldepflicht besteht.
Wer hier ungewollt etwas übersieht, riskiert nicht nur Steuernachzahlungen, sondern auch Strafen. Besser vorher Klarheit schaffen als im Nachhinein Überraschungen erleben.
Fazit: Erben in Österreich – steuerfrei oder nicht?
Auch wenn die klassische Erbschaftssteuer in Österreich abgeschafft wurde, können bestimmte Erbschaften dennoch steuerliche Folgen haben. Vor allem bei Immobilien oder Auslandsvermögen sind etwa Grunderwerbsteuer oder Meldepflichten zu beachten. Wer sich frühzeitig informiert, kann Risiken vermeiden und bestehende Gestaltungsmöglichkeiten nutzen.
Unterschiedliche Vermögenswerte haben unterschiedliche steuerliche Auswirkungen. Gemeinsam mit einem Experten können Sie Ihre Vermögensstruktur überprüfen und gezielt optimieren. Oft lohnt sich z. B. die Bewertung von Immobilien oder die Aufteilung von Vermögen auf mehrere Empfänger.
Wir von RS Finance beraten Sie individuell und verständlich – ob als Erbe oder bei der Planung der Vermögensnachfolge. Nutzen Sie unsere Erfahrung für Ihre finanzielle Sicherheit und lassen Sie sich jetzt unverbindlich von unserem Team unterstützen.
FAQ: Häufige Fragen zum Thema „Erbschaftssteuer Österreich“
Gibt es in Österreich Erbschaftssteuer?
Nein, die klassische Erbschaftssteuer wurde 2008 abgeschafft. Heute fallen ggf. Grunderwerbsteuer, Immobilienertragsteuer oder Meldepflichten an.
Wie melde ich ein Erbe in Österreich?
Je nach Vermögensart beim Finanzamt oder Notar. Immobilien müssen im Grundbuch eingetragen werden, Auslandsvermögen über FinanzOnline gemeldet werden.
Was kostet die Grunderwerbsteuer beim Erbe?
0 % bis 250.000 €, 2 % bis 400.000 €, 3,5 % darüber – basierend auf dem Grundstückswert.
Wie hoch ist die Steuer bei 100.000 € Erbschaft?
Bei Bargeld oder Wertpapieren im Inland meist steuerfrei, bei Immobilien abhängig vom Grundstückswert.