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Lebensversicherungen abschließen - Mann macht Unterschrift mit Kugelschreiber auf Zettel

Lebensversicherungen – Warum sie nicht zur Geldanlage taugen

Lebensversicherungen erfreuen sich in Österreich nach wie vor großer Beliebtheit. Wir halten das für einen großen Irrtum und raten dringend davon ab, Lebensversicherungen als Geldanlage zu betrachten.

In diesem Artikel erklären wir Ihnen im Detail, wie die Versicherungen den Großteil Ihrer Einzahlungen für Kosten statt für die Geldanlage verwenden und warum Sie damit langfristig kaum Geld verdienen. Dabei zeigt Ihnen RS Finance auch, was eine Kapitallebensversicherung von einer fondsgebundenen Lebensversicherung unterscheidet. Viel Spaß beim Lesen!

Inhaltsverzeichnis:

  • Lebensversicherung Österreich und ihre Bedeutung
  • Lebensversicherungen im Vergleich – was bedeutet fondsgebunden?
  • Eine Versicherung voller Nachteile – die Lebensversicherung
  • Echte Geldanlage statt teure Produkte mit RS Finance

Lebensversicherung Österreich und ihre Bedeutung

Auch wenn die Attraktivität der Lebensversicherung (LV) in den letzten Jahren deutlich abgenommen hat, spielt dieses Produkt als Spar- und Vorsorgeprodukt nach wie vor eine wichtige Rolle. Laut aktuellen Analysen gibt es in Österreich rund 17 Millionen Lebensversicherungen , bei einer Bevölkerung von rund 9,2 Millionen im Jahr 2024. Berücksichtigt man, dass davon viele noch Kinder sind oder kein Einkommen haben, bedeutet dies, dass viele Österreicherinnen und Österreicher über zwei oder mehr Lebensversicherungen verfügen.

Dies ist umso bemerkenswerter, als die Lebensversicherung zunehmend in die Kritik gerät – doch dazu später mehr. In den 1990er und 2000er Jahren waren die Zinsen, die Anleger mit Lebensversicherungen erzielen konnten, noch deutlich höher. Sie galten daher als durchaus lukrative Anlageform, die aufgrund ihrer (vermeintlich) hohen Sicherheit von vielen Menschen als ideal für die Altersvorsorge angesehen wurde.Spätestens seit der weltweiten Finanzkrise kennen die Zinsen jedoch nur noch eine Richtung: nach unten. Ältere Verträge haben jedoch höhere Garantiezinsen, was die Versicherungen langfristig belastet – jüngere Verträge erhalten dafür umso niedrigere Zinsen. In Kombination mit extrem hohen Anlagekosten und Provisionen sinkt die Rendite immer weiter.

Ein Erwachsener mit zwei Kindern im Arm und einem weiteren Kind läuft durch ein Kornfeld

Lebensversicherungen im Vergleich – was bedeutet fondsgebunden?

Grundsätzlich unterscheidet man in Österreich (und darüber hinaus) drei Arten von Lebensversicherungen, mit denen unterschiedliche Bedürfnisse abgedeckt werden können:

  1. Kapitallebensversicherung

Eine Kapitallebensversicherung besteht aus zwei Teilen:

  • einem Sparplan
  • einem Risikoschutz

Im Todesfall des Versicherten, zum Beispiel durch einen Unfall, erhalten die Begünstigten eine genau festgelegte Versicherungssumme (Risikoschutz). Läuft die Versicherung hingegen vorher aus, erhält der Versicherte oder ein Begünstigter die angesparte Summe zurück. Da diese mit einem fixen Zinssatz verzinst wurde, gibt es zusätzlich noch Geld obendrauf. 

Im Todesfall ist die Summe fix, sie ändert sich nicht. Im weitaus häufigeren Fall des vorzeitigen Ablaufs der Versicherung hingegen wird die Summe durch hohe Kosten und geringe Erträge meist deutlich reduziert.

Kapitallebensversicherungen können teilweise auch als Sicherheit für Kredite dienen.

  1. Risikolebensversicherung

Die Risikolebensversicherung beinhaltet nur den Risikoteil. Sie zahlen einen jährlichen Beitrag über einen vereinbarten Zeitraum, z.B. 20 Jahre. Im Todesfall erhält der Begünstigte einen festgelegten Geldbetrag. Läuft die Versicherung vorher aus, gibt es keine Auszahlung. Diese Versicherung ist sehr günstig und beliebt zur Absicherung von Immobilienkrediten oder des Partners bzw. der Partnerin – und natürlich der Kinder.

Da diese Versicherung jedoch nicht als Anlageprodukt gilt, wird sie hier nicht weiter behandelt.

  1. Fondsgebundene Lebensversicherung

Die fondsgebundene Lebensversicherung ist im Prinzip eine Kapitallebensversicherung. Ihr Geld wird jedoch nicht verzinst, sondern in Fonds, also am Aktienmarkt, angelegt. Im besten Fall erhalten Sie dadurch eine höhere Rendite als bei einer festverzinslichen Versicherung.

In der Realität wird dieser Mehrgewinn aber meist durch deutlich höhere Kosten und Verwaltungsgebühren neutralisiert –und wenn der Aktienmarkt gerade schlecht läuft, können Sie deutlich weniger Geld ausbezahlt bekommen, als Sie erwartet haben.

Bild einer zerknüllten 10-Euro-Note

Eine Versicherung voller Nachteile – die Lebensversicherung

Sowohl die Kapitallebensversicherung als auch die fondsgebundene Lebensversicherung haben eine Reihe von gravierenden Nachteilen, die Sie beim Abschluss einer solchen Versicherung unbedingt berücksichtigen sollten:

  1. Hohe Kosten und geringe Einzahlungsveranlagung: 

Hinter Lebensversicherungen verbirgt sich meist ein völlig undurchsichtiges und extrem kostenintensives Dickicht. Nur ein sehr kleiner Teil der monatlichen Einzahlungen fließt tatsächlich in den Sparanteil und wird dort verzinst oder in Fonds angelegt. Der weitaus größere Teil, im Extremfall bis zu 80 %, geht für Provisionen, Verwaltungskosten und Gebühren drauf. Sie zahlen also monatlich Geld an Versicherungen und haben selbst kaum etwas davon.

  1. Langfristige negative Effekte mit spätem Break-even-Point 

Die allermeisten Versicherungen haben eine sehr lange Vertragslaufzeit, oft 20 Jahre und mehr. Der Break-even-Point, d.h. der Punkt, an dem die für den Todesfall vorgesehene Summe durch Ihre Ersparnisse erreicht ist, wird oft erst nach 15 oder mehr Jahren erreicht. Das bedeutet aber auch, dass Sie erst dann Gewinne erzielen können. Das bei Aktien übliche Ziel einer Kapitalverdoppelung in 10 Jahren ist also keinesfalls erreichbar. Gerade hier zeigt sich, dass eine Lebensversicherung kaum als Anlageprodukt bezeichnet werden kann.

  1. Wenig Flexibilität und teure Auszahlungen

Wer sich für eine Lebensversicherung entscheidet, ist für viele Jahre gebunden und kann die Vertragsmodalitäten nur schwer oder gar nicht ändern. Das ist schlecht, wenn man in eine finanzielle Notlage gerät oder aus anderen Gründen auf das Geld zugreifen möchte. Bei jeder unvorhergesehenen Auszahlung müssen Sie mit hohen finanziellen Verlusten rechnen:

  • Da Sie erst nach dem Break-Even-Point Renditen erwirtschaften, können Sie erst dann davon profitieren, nicht vorher.
  • Wenn Sie die Versicherung an den Versicherer zurückverkaufen, erhalten Sie nur den sogenannten Rückkaufswert – und der ist vor allem zu Beginn deutlich niedriger. Denn Sie erhalten nur den Sparanteil der Versicherung, von dem noch alle Kosten abgezogen werden.
  • Die Auszahlung der Lebensversicherung am Ende der Laufzeit ist langwierig und kompliziert – und die Auszahlungsmodalitäten sehr unattraktiv.

Aus diesen Gründen entscheiden sich sehr wenig Menschen für eine vorzeitige Auflösung der Lebensversicherung.

  1. Gläubiger- statt Eigentümerposition: Risiken bei Zahlungsunfähigkeit der Versicherung

Als Versicherter sind Sie – anders als bei Aktien – nicht Aktionär des Versicherungsunternehmens. Im Falle einer Insolvenz werden Sie daher – wenn überhaupt – nachrangig gegenüber den Aktionären behandelt. In der Regel haben Sie nicht einmal Anspruch auf das investierte Kapital. Wenn überhaupt, sollten Sie Ihre Versicherung daher nur bei sehr stabilen Unternehmen abschließen, die schon seit Jahrzehnten am Markt sind.

Spezifische Nachteile der Kapitallebensversicherung

Je niedriger die Zinsen am Kapitalmarkt sind, desto niedriger sind auch die für die Laufzeit Ihrer Kapitallebensversicherung festgelegten Garantiezinsen. Einfach ausgedrückt: In einem Niedrigzinsumfeld, wie wir es in den letzten zehn Jahren erlebt haben, sinkt Ihre Rendite. Solange die Zinsen im Durchschnitt niedrig bleiben, werden auch die Garantiezinsen kaum steigen.

Spezifische Nachteile der fondsgebundenen Lebensversicherung

Bei der fondsgebundenen Lebensversicherung gibt es einen weiteren Kostenfaktor, den Sie berücksichtigen müssen: die Gewinnbeteiligung des Versicherers. Von jedem Euro, den Sie mit Ihren Fondsanteilen verdienen, müssen Sie einen bestimmten Prozentsatz an den Versicherer abgeben – natürlich zusätzlich zu den enormen Gebühren, die Sie ohnehin schon zahlen.

Bei fondsgebundenen Lebensversicherungen wird oft damit geworben, dass bei diesem Produkt keine Kapitalertragssteuer auf Ihre Erträge anfällt (anders als z.B. bei Aktien). In der Realität bringt Ihnen die Steuerersparnis aber nichts, da Ihre Steuerersparnis geringer ist als die Gewinnbeteiligung.

Nicht zuletzt sind Sie auch nicht gegen Inflation geschützt. Denn wenn die Erträge so niedrig sind, gleichen Sie nicht einmal die jährliche Inflation aus. Und das Geld, das Sie in der Zukunft erhalten, ist dann gemessen an der dann aktuellen Kaufkraft deutlich weniger wert.

Eine Familie mit einem kleinen Kind steht in den Wellen am Strand

Echte Geldanlage statt teure Produkte mit RS Finance

Das Fazit ist eindeutig: Lebensversicherungen sind weder rentabel noch können sie ernsthaft als Geldanlage bezeichnet werden. Wer sich absichern will, sollte sich für eine einfache Risiko-Lebensversicherung entscheiden, die einen günstigen Hinterbliebenenschutz bietet, ohne Unsummen für vermeintliche Renditen zu verschlingen.

Übrigens: Pensionsfonds und private Rentenversicherungen sind kaum besser. Und die staatliche Rente ist zwar sicher, aber man bekommt auch hier deutlich weniger heraus, als man eingezahlt hat.

Eine echte Geldanlage sieht anders aus. Denn sie dient einzig und allein dem Vermögensaufbau und dem Erreichen Ihrer finanziellen Freiheit . Wer das will, kommt um Aktien, ETFs, Edelmetalle und Immobilien nicht herum. Hier erwarten Sie nicht nur deutlich bessere Renditen, sondern auch mehr Flexibilität, Transparenz und Eigenverantwortung.

Wir von RS Finance machen genau das – wir helfen Ihnen, Ihren langfristigen Vermögensaufbau selbst zu gestalten. Und legen Wert darauf, zuerst Ihr Finanzwissen aufzubauen, statt Sie mit undurchsichtigen Strukturen zu blenden. Wir freuen uns auf Sie, sprechen Sie uns an!

FAQ

Ist die Auszahlung einer Kapitallebensversicherung in Österreich steuerfrei?

Die Erträge aus der Kapitallebensversicherung im Auszahlungsfall sind in Österreich von der Einkommens- bzw. Kapitalertragssteuer befreit. Es fällt jedoch Versicherungssteuer an. Konsultieren Sie immer einen Steuerberater, um ganz sicherzugehen.

Was ist besser, eine Kapitallebensversicherung oder eine fondsgebundene Lebensversicherung?

Eine Kapitallebensversicherung bietet feste und damit planbare, also sichere Erträge. Diese sind jedoch in der Regel geringer als bei fondsgebundenen Versicherungen, deren Erträge schwanken können und somit risikoreicher sind. Beide Versicherungen stehen jedoch wegen ihrer hohen Kosten und geringen Rendite in der Kritik und eignen sich kaum als Anlageprodukt.

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